Martinzeller Verband

Aktuelles:

Tag der Archive am Samstag, den 02. März 2024, 11.00-14.00 Uhr

Motto: „Essen und Trinken in früheren Jahrhunderten“

Kennt heute noch jemand das Rezept von „Sagoauflauf“, „Brotsuppe“ oder etwa eine Leckerei wie „Most-Liqueur“? Wer weiß heute noch, was sogenannte „Biernägel“ sind und welche Bewandtnis es mit ihnen hat? Diesen und weiteren Fragen werden wir beim diesjährigen Tag der Archive im Archiv für Familienforschung nachgehen.

Ein Quittenrezept in Gedichtform der schwäbischen Schriftstellerin Ottilie Wildermuth (1817-1877) oder das Rezept eines Silvester-Punschs aus der Familie Cramer-Klett, das innerhalb der Familie weitergegeben und zubereitet wurde, kann besichtigt werden. Auch das sog. „Königsbesteck“ aus der Familie Paulus ist zu sehen. Dieses Kinderbesteck erhielt der kleine Karl Friedrich Paulus – 7. Kind des Pfarrers Immanuel Paulus –  von seinem Paten König Karl Friedrich Alexander von Württemberg als Taufgeschenk im Jahre 1884. Es wurde anschließend innerhalb der Familie von Generation zu Generation weitervererbt.
Ebenso kann der traurige Bericht einer schwäbischen Pfarrfrau aus dem Jahr 1906 über die erbärmlichen Ernährungszustände in manch armen württembergischen Familien nachgelesen werden.

All diese Archivalien sind neben historischen Koch- und Haushaltsbüchern im Archiv für Familienforschung in der Seedammstr. 1 (UG) zu sehen.

Das Archiv ist am 02. März von 11.00 – 14.00 Uhr geöffnet.

Nachrichtenheft Nr. 52 des Martinszeller Verbands e.V. wurde versandt

Liebe Großfamilie,

das 52. Nachrichtenheft kann im geschützten Bereich dieser Website als pdf-Dokument heruntergeladen werden.
Um in den geschützten Bereich zu kommen, benötigen Sie einen Benutzernamen und ein Passwort, das Sie auf formlosen Antrag (per E-Mail)  bei der Werner-Zeller-Stiftung erhalten (werner-zeller-stiftung@t-online.de).

Lastschrifteinzug des Mitgliedsbeitrags für 2024

Am 01.02.2024 werden die diesjährigen Mitgliedsbeiträge per Lastschrifteinzug (sofern erteilt) eingezogen.
Wer uns noch keine Einzugsermächtigung erteilt hat, möge dies bitte nachholen. Ein Formular kann unter der E-Mail-Adresse werner-zeller-stiftung@t-online.de angefordert werden.
Auch möchten wir dringend darauf hinweisen, uns eine Änderung der Bankverbindung rechtzeitig mitzuteilen, um teure und unnötige Rücklastschrift-Gebühren zu vermeiden.

Zum Thema Spendenbescheinigung

Leider wurden wir vom Finanzamt Leonberg nicht als gemeinnütziger Verein anerkannt, so dass wir über den Familienverein keine Spendenbescheinigungen ausstellen können/dürfen. Bei weiteren Fragen steht Ihnen unsere Schatzmeisterin  Andrea Schmidt (E-Mail: werner-zeller-stiftung@t-online.de) zur Verfügung.

Aktuelle Forschungsarbeit der Werner-Zeller-Stiftung und Veröffentlichung:

Dr. Gerhard Seibold:
Auswertung dreier Stammbücher von Zeller-Vorfahren

Neues von den Theologen Christoph (1650-1727), Andreas Christoph (1684-1743) und Johannes Zeller (1690-1765), Vater und Söhne.

Stammbücher dienten dazu, die Erinnerung an Begegnungen zwischen den Besitzern der Bände und Zeitgenossen zu bewahren, indem sich Letztere mittels einer Widmung in den Alben ihrer Freunde quasi verewigten. Insoweit ist die für diese Bände üblicherweise verwendete Bezeichnung Stammbuch irreführend, geht es hier doch nicht um die Darbietung von Familienkundlichem, was Geschlechterbüchern, Ahnenlisten, Stammbäumen u. ä. vorbehalten ist, sondern um die Dokumentation einer Beziehung zwischen zwei Menschen, die sich zufällig trafen und im besten Fall einige wenige Jahre gemeinsam verbrachten. Diese Kontakte hatten sich im Verlauf einer Grand Tour durch Mitteleuropa und/oder infolge des Besuchs einer Universität ergeben. Trotz dieser Flüchtigkeit fühlten sich die Eigner der Stammbücher nicht selten dazu motiviert, den Inskriptionen ihrer Freunde im Nachhinein Informationen zu deren weiteren Lebensumständen hinzuzufügen, welche ihnen auf irgendeine Art und Weise später zur Kenntnis gelangt waren. Träger dieser Übung waren zumeist Männer in jugendlichem Alter, die Familien entstammten, wo Wohlstand und ein höherer Bildungsgrad gegeben waren. Gepflegt wurde diese Tradition immerhin über mehr als 250 Jahre hinweg, von der Mitte des 16. zum Beginn des 19. Jahrhunderts.

Dr. Gerhard Seibold wertete im Rahmen einer von der Werner-Zeller-Stiftung geförderten Forschungsarbeit 3 Stammbücher von Zeller-Vorfahren aus. Das 40-seitige Manuskript wird im Rahmen einer Sonderveröffentlichung des Martinszeller Verbands herausgegeben. Wer Interesse an diesem Heft hat, möge sich doch bitte bei der Werner-Zeller-Stiftung (werner-zeller-stiftung@t-online.de) in Leonberg melden. Die Kosten betragen 10 € incl. Versand.

Stammbuch des Johannes Zeller (ZEL §444)
Stammbuch des A.Ch. Zeller (ZEL §403)

Rückblick:

Merkel-Zeller-Treff am 11.3.2023

An diesem Tag trafen sich Vertreter aus den Familien Merkel und Zeller, um das weitere Vorgehen bezüglich der Zusammenlegung beider genealogischer Datenbanken zu besprechen.
In den neuesten Merkel-Nachrichten ist hierzu ein Artikel erschienen.
Hier der download als pdf-Datei:
MerZel-Treff 110323

Sonderveröffentlichung des Martinszeller Familienverbands

Das Heft zum Preis von 5,00 €/ Exemplar zzgl. Versandkosten ist über den Martinszeller Familienverband, Seedammstr. 1 in 71229 Leonberg
E-Mail: werner-zeller-stiftung@t-online.de
zu beziehen.
Kriegserlebnisse eines Vierzehnjährigen.
Abschrift von Tagebucheinträgen von Herbert Leube aus der Zeit vom 10. April bis 15. Mai und vom 14. Juni bis 24. Juni 1945

Ebenso ist erschienen:
(ISBN 978-3-7686-5213-1) Herbert Leube: Die Familie Leube aus Altenburg und Gera (Deutsches Familienarchiv Bd. 162). Insingen 2020. 328 S., zahlreiche Abbildungen, Festeinband, Inhaltsverzeichnis Orts- und Namenregister
37,00 EUR zu beziehen über Verlag Degener (www.degener-verlag.de) oder über die Werner-Zeller-Stiftung.

Friederike Zeller: Briefe aus einer anderen Zeit

Aus der Backnanger Zeitung erfuhren wir, dass die 14-jährige Friederike Zeller (Tochter von Sebastian Zeller §185.3) die Geschichte ihres Urgroßvaters Hermann Otto Zeller (§185) aufgearbeitet und den Förderpreis beim 26. Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten dafür erhalten hat. Friederike hat uns erlaubt, den Anfang ihres Beitrages abzudrucken, ihre vollständige Recherche kann nachfolgend als pdf-Datei heruntergeladen werden.

„Als die Familie Zeller das Haus von Friederikes Großvater übernahm, stieß sie auf die Unterlagen auf dem Dachboden. Mit ihrem Vater Sebastian Zeller schaute sich Friederike einige Briefe an. „Bei manchen hatte man Angst, dass sie zerfallen, wenn man sie anfasst“, sagt die 14-Jährige. Aber sie sei noch zu jung gewesen, um sich wirklich für die Geschichte zu interessieren.

Am Max-Born-Gymnasium erfuhr sie im letzten Jahr von der Ausschreibung des Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten, dem größten historischen Forschungswettbewerb für junge Menschen in Deutschland, der Körber-Stiftung. Das Rahmenthema hieß „So geht’s nicht weiter. Krise, Aufbruch, Umbruch“. Am Schreiben und auch an Geschichte sei sie inzwischen sehr interessiert, sagt die Neuntklässlerin. Die Idee reifte, einen Beitrag aus ihrer eigenen Familiengeschichte einzureichen mit dem Titel „Die Krisen der Nachkriegszeit und der Entnazifizierung am Beispiel von Dr. Hermann Zeller“. (Backnanger Zeitung vom 18.6.2019)

Einleitung ihrer Recherche:

Auf den Geschichtswettbewerb wurde ich durch meine Geschichtslehrerin am Max -Born Gymnasium Backnang, Frau Conrad aufmerksam. Die Verbindung einer geschichtlichen Recherche, mit der Möglichkeit, darüber eine Hausarbeit zu schreiben, hatte einen Reiz für mich, da ich sehr gerne schreibe und mich die Geschichte meiner Vorfahren schon seit längerem interessiert. Dadurch war für mich schnell klar, dass ich mich mit einem biografischen Thema auseinandersetzen möchte. Was für Krisen, Auf- oder Umbrüche gab es in meiner Familie? Wie wurden diese Krisen bewältigt? Was kann ich aus der Krisenbewältigung für die heutige Generation ableiten auch für mich und meine Familie? All diese Fragen beschäftigten mich. Beim Stöbern durch einige Unterlagen, die meine Familie zuhause sammelt, fand ich eine Kopie der Entnazifizierungsakte meines Urgroßvaters Hermann Zeller. Mich interessierte dieses Thema sehr, obwohl ich wusste, dass es mit mehr Recherche verbunden sein würde, da wir im Geschichtsunterricht gerade erst die Weimarer Republik behandelten und ich daher mit meiner Lehrerin den Lernstoff vorarbeiten müsste. Ich beschloss in Rücksprache mit Frau Conrad, mich damit zu beschäftigen. Um mehr über meinen Urgroßvater zu erfahren, schrieb ich einen Brief an seinen Sohn, meinen Großonkel, den letzten lebenden Zeitzeugen aus der Familie. Dieser konnte mir erstaunlich viel darüber erzählen, wie meine Familie die Nachkriegszeit erlebt hatte. Da wir in der Schule das Thema Nachkriegszeit noch nicht behandelt hatten, las ich daheim viele Bücher und Artikel darüber, und beschäftigte mich konkret mit dem Entnazifizierungsverfahren in der amerikanischen Besatzungszone. Um auch allgemein etwas über die Nachkriegszeit in Deutschland zu erfahren, las ich sowohl mehrere Bücher und Artikel über dieses Thema als auch konkret über das Entnazifizierungsverfahren der amerikanischen Besatzungszone. Alle zwei Wochen traf ich mich mit Frau Conrad, erzählte ihr von meinen Ergebnissen, stellte ihr viele Fragen und wir besprachen auch die beste Vorgehensweise bei einer solchen Hausarbeit.

Je mehr ich über meine Familie, die Nachkriegszeit und das Entnazifizierungsverfahren herausfand desto sicherer war ich, dass es für mich die richtige Entscheidung war, an diesem Wettbewerb teilzunehmen.

Quellen, auf die ich mich nicht wörtlich oder sinngemäß beziehe, sind im Quellenverzeichnis aufgelistet.

Hier der vollständige Text als download:
Die Krisen der Nachkriegszeit und der Entnazifizierung am Beispiel von Dr. Hermann Zeller

Friederike Zeller (ZEL §185.3)

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